Haben wir es mit einer Kryptoblase zu tun?

Immer wieder wird im Bereich der Kryptowährungen und Blockchains in den Medien von einer Blase gesprochen. Ich selber habe schon verschiedene Artikel im Handelsblatt, der Wirtschaftswoche aber auch auf BTC-Echo gelesen, in denen vor einer möglichen Blase gewarnt wird. Auch in der regionalen Tageszeitung Südwestpresse wird der Aufschwung kritisch gesehen.

Ich kann verstehen, dass konservative Wirtschaftszeitungen dem ganzen Bereich der Kryptos und Blockchains eher skeptisch gegenüberstehen. Jedoch wird meiner Meinung nach die Technologie hinter den Coins meist nicht genügend berücksichtigt. Sondern es werden nur die rasanten Kursanstiege, die Kurseinbrüche und die Volatilität der einzelnen Krypowährungen angesprochen. Und klar…die teilweise heftigen Schwankungen bringen auch ihre Probleme mit sich und sind für Anleger die im Bereich der Börse unterwegs sind eher abschreckend. Warum jedoch immer wieder die Tulpenblase als warnendes Beispiel herangezogen wird, ist mir schleierhaft. Denn hinter den Anstiegen der Kryptokurse steckt das potenzial der Blockchain. Hinter dem Anstieg der Tulpenpreise steckte einfach nur ein überhitzter Markt, eine typische Blase.

Wenn man aktuell eine Kryptoblase sieht, dann kann man aus meiner Sicht nur einen Vergleich herstellen, nämlich den mit der Internetblase. Denn in den 90er Jahren war das Internet eine völlig neue Technologie, genauso wie heute die Krpytowährungen auf einer völlig neuen Technologie aufbauen. Dieser Aspekt wird für mich zu oft vergessen.

Aber ja, durch die Entwicklung des Internets und die sich damit neu ergebenden Möglichkeiten Geld zu verdienen endeten in einer Blase. Die sogenannte „dotcom-Blase“. Ich bin mir sicher dass wir so etwas ähnliches auch bei den Kryptowährungen sehen werden. Jedoch noch nicht jetzt! Aktuell haben alle Kryptowährungen zusammen eine Marktkapitalisierung von 199 Milliarden Dollar. Letztes Jahr im November waren es 14 Milliarden Dollar. Zugegeben, das ist ein ziemlich krasser Zuwachs. Kann man deshalb aber gleich von einer Blase sprechen? Ich finde: Nein. Ich spreche lieber von Wachstum. Denn es ist einfach nur logisch, dass immer mehr Geld in den Bereich der Kryptos fließt wenn weltweit immer mehr darüber berichtet wird, sich Staaten, Unternehmen und Organisationen immer mehr mit dem Thema Blockchain auseinander setzen und sich zu Gruppen zusammenschließen um Blockchain-Projekte zu forcieren.

Und eines darf man auch nicht vergessen: Der Zuwachs von 185 Mrd. Dollar innerhalb eines Jahres kam nicht dadurch zu Stande, dass in einem Jahr 185 Mrd. Dollar in Kryptos investiert wurden, sondern zum großen Teil durch den Wertzuwachs der einzelnen Währungen.

Beispiel: Ich habe im Jahr 2016 1000€ in Ether investiert. Ein Ether kostete 13€. Heute kostet er 263€. Durch den Wertzuwachs der Kryptowährung sind aus meinen 1000€ plötzlich 20 000€ geworden. Sprich die Gesamte Marktkapitalisierung ist um 19 000€ gestiegen ohne dass 19 000€ investiert wurden.

Ich gebe zu, im vergangen Jahr ist ein Hype um das gesamte Thema entstanden. Doch wer hat denn wirklich in Kryptos investiert? Meiner Erfahrung nach die Wenigsten. Klar, es hören immer mehr Menschen von den neuen Währungen, was sie aber wirklich genau sind, geschweige denn wie man sie kauft, wissen die Wenigsten. Vielleicht fehlt auch einfach der Mut den man braucht um sich auf „das Neue“ einzulassen. Das ist für mich noch ein Grund zu sagen, dass wir momentan noch keine Blase haben. Sollte sich das ändern, und plötzlich würde jeder Haushalt z.B. in Deutschland in Kryptos investieren, dann sähe die Sache anders aus.

Wie oben jedoch schon kurz angedeutet, bin ich mir sicher, dass wir eines Tages eine Kryptoblase haben werden. Das dauert aber noch eine ganze Weile. Bevor Kryptos an den Börsen in Form von ETF´s, Future´s und anderen Wertpapieren handelbar sind, sehen wir keine Blase. Wenn dann eines Tages alles reguliert ist, Kryptopapiere an den Börsen handelbar sind, dann könnte der Weg in einen überhitzen Markt geebnet sein. Denn wenn es staatliche Regeln gibt, die Papiere wie gewohnt beim Online Broker gekauft werden können, dann verlieren skeptische Anleger plötzlich ihre Angst und investieren. Wie lange der Weg bis dahin noch ist, kann wohl keiner sagen. Ich bin gespannt was aus den Plänen der CME wird bis zum Jahresende einen Future auf der Grundlage des Bitcoin an den Markt zu bringen. (In meinem letzen Beitrag gehe ich darauf genauer ein) Allein die Meldung darüber ließ den Bitcoin-Kurs in neue Höhen klettern. Es bleibt jedoch abzuwarten ob die SEC (Amerikanische Börsenaufsicht) die neuen Wertpapiere genehmigt. Denn bis jetzt hat sie immer alles einkassiert.

Haben Kryptowährungen einen Wert?

Oft wird gesagt, dass hinter einer Kryptowährung kein wirklicher Wert steht. Sprich es gibt keine Rechtfertigung für den Preis, denn jeder kann eine eigene Online-Währung aufsetzen. Es benötigt keinen Staat, der für die Währung einsteht. Auch der bekannteste Investor der Welt Warren Buffet ist dieser Meinung. In meinen Augen ist diese Aussage jedoch falsch! Hinter vielen Kryptowährungen steht ein Wert. Nämlich das was es kostet die jeweilige Online-Währung herzustellen. Hergestellt werden die Währungen durch komplizierte Rechenaufgaben die von Computern gelöst werden müssen. Auch als mining oder zu deutsch schürfen bezeichnet. Um diese Rechenaufgaben zu lösen, brauchen Computer Strom. Je nach Währung mehr oder weniger. Der Wert der einzelnen Währungen ist also das, was es kostet sie zu schürfen. Jedoch kommt es darauf überhaupt nicht an.

Es wird so getan als ob hinter Euros oder Dollars ein Wert stehen würde. Das war vielleicht mal so, als diese Währungen noch in Gold gedeckt waren. Das ist heute jedoch nicht mehr der Fall. Im Prinzip ist ein 500 Euro-Schein nur einige Cents wert, nämlich das was es kostet ihn zu drucken.

Was ich damit sagen will ist: Bei einer Währung kommt es nie auf den „dahinter stehenden Wert“ an. Sondern allein um Vertrauen.

Beispiel: Ich vertraue darauf, dass ich mir mit einem 20 Euro-Schein etwas zu Essen kaufen kann weil derjenige, der mir das Essen verkauft in diesem Stück Papier einen Wert von 20€ sieht. Deshalb ist der 20 Euro-Schein 20€ wert. Genau gleich ist es bei Kryptowährungen. Wenn ich darauf vertrauen kann, dass mir jemand für einen Bitcoin 6 140€ gibt, dann ist der Bitcoin eben 6 140€ wert.

Es geht also nur um Vertrauen. Ob man nun mehr Vertrauen in staatliche Währungen hat, in die der jeweilige Staat immer eingreifen kann, oder in eine kryptische Währung die vor Eingriffen geschützt ist, überlasse ich jedem selber. Auch muss man bedenken, dass Währungen wie der Euro oder der Dollar nicht von ihren Staaten ausgegeben werden, sondern von den Banken. Denn nur allein Banken können Euros oder Dollars durch Kreditvergabe entstehen lassen. Für mich ist dieses Monopol ein Skandal. Denn wir alle wissen, was Banken für ein Chaos anrichten können.

Zum Ende bin ich wohl ein bisschen vom Thema abgekommen, aber ich denke das ist für euch nicht ganz uninteressant. 🙂

Krypto auf!

Kurzbeitrag zur aktuellen Entwicklung 01.11.2017

Als ich mir eben die Kurse angeschaut habe, traute ich mal wieder meinen Augen nicht. Der Bitcoin hat schon wieder ein neues Allzeithoch erreicht. Heute am 01.11.2017 hatte ein BTC laut Coinmarketcap einen Wert von 6.615$. Das letzte Allzeithoch hatte ein BTC erst gestern bei 6.478$ erreicht. Ich denke dass diese Rallye noch etwas weiter geht. Vielleicht wird die 7.000$ Marke in den nächsten Stunden oder Tagen noch gebrochen.

Grund dieses rasanten Kursanstiegs dürfte die Nachricht sein, dass die Chicagoer Börse CME plant Wertpapiere mit der Kryptowährung Bitcoin aufzusetzen. Ziel soll die Schaffung eines geregelten Handelsplatzes für die Online-Währung sein. Bis Ende des Jahres will die weltweit größte Börse für Futures CME einen Future für den Bitcoin an den Start bringen. Damit könnte auch der Weg für einen ETF, einen börsengehandelten Indexfond der auf der Währung basiert geebnet sein.

Was ist ein Future?

Auf deutsch auch Terminkontrakte genannt. Futures sind börsengehandelte Termingeschäfte mit einem genau bestimmten Vertragsgegenstand. In unserem Fall der Bitcoin. Je nach Art des Futures wird festgelegt dass man zu einem bestimmten Termin in der Zukunft den Basiswert (Bitcoin)  entweder kaufen oder verkaufen muss.

Das sind natürlich tolle Neuigkeiten für alle die Bitcoins halten. Für mich leider nicht so, denn mein Hauptbestandteil in meinem Portfolio besteht aus Ethereum. Leider war es bisher meistens so, dass wenn es bei Bitcoin eine gute Nachricht gab, der ETH-Kurs darunter gelitten hat, weil viele Investoren ihr Kapital dann in den BTC verschieben um vom möglichen Kursanstieg zu profitieren. Die heutigen Charts bestätigen das.

Ich würde mir wünschen, dass nicht immer nur der Bitcoin im Vordergrund steht, denn wenn man sich die Technologie der verschiedenen Online-Währungen anschaut, dann stellt man fest, dass es einige Kryptowährungen gibt, die für den normalen Zahlungsverkehr besser geeignet sind als der BTC. Darunter fällt in meinen Augen die Kryptowährung Dash. Aber ja, Bitcoin hat eben den großen Vorteil, dass es die erste Kryptowährung ist. Deshalb ist es eigentlich auch klar, warum der BTC am Meisten Aufmerksamkeit bekommt. Gegen mehr Berichterstattung über Ethereum, Golem oder Ripple in den „Mainstream-Medien“ würde ich mich aber ganz sicher nicht wehren. Auch ein börsengehandeltes Ethereum-Wertpapier würde ich einsehen.

Ich gehe davon aus, dass auch ein Ethereum-Wertpapier mit der Zeit kommen wird. Und auch einige andere Kryptowährungen werden den Sprung an den Börsenhandel schaffen. Welche das sind, bleibt abzuwarten. Jetzt bin ich mal gespannt in welche Höhen der BTC-Kurs in den nächsten Tagen schiesst.

Krypto auf!